Anerkannt oder abgewiesen?

Ein Freund, der religiös, aber kein Christ war, sagte mir einmal: „Weißt Du, ich bete ja auch. Aber ich glaube, meine Gebete werden nicht anerkannt“.
Anerkannt. Er war Asylbewerber, und dieses Wort hatte sich ihm tief eingeprägt, durch sein Asylverfahren.
Asylbewerber möchten nur eines: Anerkannt werden – um ein Bleiberecht zu haben in dem Land, in das sie gekommen sind. Es ist eine bange Frage für sie, wenn sie die Asylanhörung hinter sich gebracht haben: wird man mich anerkennen?
Ein Asylbewerber sagt (zu Recht oder zu Unrecht), dass er in seinem Herkunftsland nicht mehr leben kann, aus unterschiedlichen Gründen.
Wir alle werden eines Tages nicht mehr auf dieser Erde leben können, weil wir sterben werden. Was wird dann mit uns geschehen? Vor dem lebendigen und heiligen Gott sind alle Menschen Asylbewerber.
Dass wir uns hier eine Zeitlang heimisch fühlen können, darf uns nicht darüber hinwegtäuschen: Wir sind Heimatlose, und die alles entscheidende Frage ist, werden wir in alle Ewigkeit heimatlos bleiben, oder gibt es eine Heimat, in der wir anerkannt, in der wir legale Bewohner mit Bürgerrecht sein werden?
Die Bibel zeigt sehr deutlich, dass es beides geben wird. Und was den Unterschied macht, ist nicht unsere religiöse Anstrengung, sondern Vitamin B. Es ist die Frage, ob wir zu Gott eine echte Beziehung haben – ob er uns kennt, oder nicht.
Es gibt Menschen, die zu ihrem Schrecken einmal hören werden: „Ich habe euch nie gekannt. Ihr gehört nicht zu meinen Leuten, verschwindet, ihr habt hier nichts zu suchen!“
So schwer es uns fällt, uns das vorzustellen: Es ist möglich, fern zu sein von dem, der überall ist – und der, der alles kennt und weiß, könnte uns nicht kennen.
Wir sind, so zeigt uns das die Bibel, Gott entfremdet. Fern von ihm. Und fühlen uns dabei vielleicht ganz wohl, weil wir gar nicht wollen, dass Gott in unser Leben hineinredet. Aber wenn wir von ihm anerkannt werden wollen, ist die Voraussetzung, dass er uns kennt. Wir haben also ein Problem: Wir wollten ihn gar nicht kennen, vor allem nicht wissen, ob er Maßstäbe hat für unser Leben. Warum also sollte er uns kennen, und anerkennen?
Die gute Nachricht ist, Gott möchte uns kennen. Es macht ihm keine Freude, Menschen abweisen zu müssen. Und er hat einen unermesslichen Preis dafür bezahlt, dass er uns doch anerkennen kann. Er ist in Jesus Christus selbst Mensch geworden und hat die Strafe für unsere Rebellion gegen ihn auf sich genommen, hat sie selbst an unserer Stelle getragen. Ausschließlich auf dieser Grundlage können wir uns Gott bekannt machen und mit ihm versöhnt sein.
Abgelehnte Asylbewerber klagen oft gegen die Entscheidung und hoffen auf ihren Rechtsanwalt.
Der exklusiv einzige Anwalt, der unsere Anerkennung bei Gott bewirken kann, ist Jesus. Wer sich ihm anvertraut, wer durch Jesus mit Gott versöhnt ist, für den gilt die biblische Zusage: „Ihr habt nun freien Zugang zu Gott, dem Vater. Ihr seid nicht mehr Fremde, nicht mehr nur befristet geduldete Ausländer, sondern habt nun Bürgerrecht und gehört zur Familie Gottes dazu“.
Noch mal ganz deutlich, es gibt hier ein klares Entweder-Oder:
Wir können aus der Gegenwart des allgegenwärtigen Gottes verbannt sein, endgültig und unwiderruflich draußen gelassen werden – abgewiesen, entfremdet und völlig unbeachtet. Oder wir können hereingerufen, willkommen geheißen, angenommen und anerkannt werden.
Wie man Gott kennen lernt, kann man hier erfahren.