Glaube – kein Sprung ins Irrationale

Für viele Menschen, die nach dem Sinn des Lebens suchen, zerfällt die Wirklichkeit in zwei streng getrennte Bereiche:
Einerseits die Welt des wissenschaftlich Erforschbaren, und des zweckdienlichen Handelns. Hier gelten die Gesetze des vernünftigen, logischen Denkens.
Andererseits die Frage nach dem Lebenssinn, nach dem, was uns selbst ausmacht, uns wertvoll macht. Die Antwort auf diese Frage liegt für viele außerhalb des logischen Denkens. Es herrscht die Einstellung vor: „irgendwas muss der Mensch halt glauben, an irgendwas sich festhalten, wenn er nicht verzweifeln will.“ „Glauben heißt: nicht wissen“, Glaube wird gesehen als ein Sprung ins Irrationale.

Tatsächlich ist die menschliche Vernunft zu begrenzt, um die Frage nach dem Sinn unseres Daseins beantworten zu können. Trotzdem ist es keine gute Idee, die Vernunft bei diesem Fragen über Bord zu werfen. Und zwar deshalb, weil Gott sich uns in einer rational fassbaren Weise gezeigt hat. Er, den unser Verstand nicht erreicht, ist in diese Welt gekommen, in Jesus Christus. In ihm wird der Unsichtbare sichtbar, erkennbar, deshalb werden rationale Aussagen über ihn möglich. Und somit ist die Spaltung des Lebens in zwei getrennte Bereiche überwunden.

Zwar kann man Gott nicht unbedingt rational beweisen (das hängt davon ab, was man als Beweis anerkennt – die sehr komplexe Frage des Gottesbeweises soll hier nicht erörtert werden). Seine Nichtexistenz kann man aber noch viel weniger beweisen, und die Frage ist, wer hier die Beweislast trägt?

Es gibt aber zum Beispiel bei der Frage, ob die Auferstehung Jesu eine historische Tatsache ist, eine hochgradige Indizienlage. Die vorliegenden Quellen sprechen hier eine sehr deutliche Sprache. Die logische Folgerung ist dann aber unausweichlich: wenn er auferstanden ist, dann ist er Gott, und dann ist auch alles andere wahr, was wir im Neuen Testament über ihn lesen.
Die Bibel enthält viele nichttriviale Vorhersagen, die dann tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt eingetroffen sind, beispielsweise über das Perserreich und Alexander den Großen, über Details aus dem Leben Jesu, und die Rückkehr der Juden in ihr Ursprungsland Israel.

In der Naturwissenschaft (leider nicht in den einfachen Denkmustern vieler Menschen) ist das mechanistische Weltbild längst out. Auch die beobachtbare Wirklichkeit gehorcht, wenn man etwa in die Quantenphysik hineinschaut, nicht durchgängig einfachen Gesetzen von Ursache und Wirkung. Viele Physiker sahen und sehen sich daher ganz deutlich mit der Frage nach Gott konfrontiert. Hier einige Zitate:

  • „Je mehr wir von der Natur entdecken, desto größer wird Gott“ (A. Einstein)
  • „Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlose Vernunft … Ich glaube an einen per­sönlichen Gott, und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich niemals einer atheistischen Lebensanschauung gehuldigt habe … und ich betrachte Darwins, Haeckels und Huxleys Entwick­lungs­lehren als hoffnungslos veraltet.“ (A. Einstein)
  • „Wissen und Glaube sind keine Gegensätze, sondern bedingen und ergänzen einander“ (M. Planck).
  • „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch. Doch auf dem Boden des Bechers wartet Gott.“ (W. Heisenberg)
  • „Das Universum ist offensichtlich eine abgekartete Sache“ (F. Hoyle)

Faszinierend, geradezu Ehrfurcht gebietend ist beispielsweise die Feinabstimmung der Naturkonstanten. Wäre auch nur eine von ihnen nur wenig anders, wäre das Universum, geschweige das Leben, nicht denkbar.

Wir müssen uns klar machen, dass wissenschaftlicher Fortschritt nie einen rationalen Grund geliefert hat, nicht an Gott zu glauben. Er hat aber einen psychologischen Effekt: Er fasziniert und erweckt den Eindruck, dass Wissenschaft schließlich doch alles erklären werde, obwohl dieser Gedanke absurd ist.
Beispielsweise kann die Evolutionstheorie bis heute nicht erklären, wie Leben jemals aus Nicht-Leben entstehen konnte.

In der digitalen Welt ist jedem klar, dass Information einen Sender braucht, eine Datenquelle – sie entsteht nicht aus dem Nichts! Das gilt aber genauso auch für die hochkomplexe Information, die in den Genen von Lebewesen gespeichert ist. Die Frage, wo diese Information denn herkommt, ist also unabweisbar, aber naturwissenschaftlich nicht zu beantworten.

Der das Universum schuf, ist nicht für uns erreichbar. Aber er erreicht uns. Er kommt zu uns in Jesus Christus. Einstein schrieb einmal: „Es gibt nur eine Stelle, an der wir kein Dunkel sehen – das ist die Person Jesus Christus. In ihm hat Gott sich am deutlichsten vor uns hingestellt“.
Glaube ist wie Physik, nämlich experimentell: Man muss probieren, ob etwas funktioniert. Man muss sich darauf einlassen. Jesus ist die Botschaft von Gottes offener Tür. In ihm ist Gott nur ein Gebet weit entfernt.